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Mein Name ist Holger Meinck und ich wurde am 24.01.1977 in Cuxhaven/ Deutschland geboren.
Schon seit meiner Kindheit habe ich mich für das Reisen interessiert. Damals
ist noch jeder Erdkundelehrer an meinen Geographiekenntnissen verzweifelt. Wer muss auch schon wissen, wie die Hauptstädte Südamerikas heissen?
Heute würde ich sie wohl mit ner Eselskappe in die Ecke stellen... Aber wer weiss schon, wie man sich entwickelt? Manche Leute die mich kennen, verdrehen entweder die Augen wenn sie
hören, was ich mache, oder sagen, “ wenn Einer sowas macht, dann der” oder das schönste was mir meine Mutter erzählte, als sie einen Bekannten in der
Stadt traf: “Ihr Sohn macht WAS? Na, der war ja immer schon ein bisschen komisch...!” Meine erste grosse Überseereise führte mich in die Vereinigten Staaten, dort besuchte ich mit zwei
Bekannten San Francisco und Los Angeles, und war infiziert vom Reisen. Nach einer Weile machte ich mich dann wieder auf den Weg und verbrachte 2 Wochen alleine in San Francisco. Diesmal
war mein Mountainbike dann auch mit dabei, allerdings nur zur Fortbewegung und nicht als Hauptransportmittel. Das Fernweh nach einer grossen Tour wurde immer grösser und nagte ständig an mir.
Nach meiner abgeschlossenen Lehre als Raumausstatter und meinem absolviertem Grundwehrdienst fing ich bei IKEA in Dortmund an und schon beim Einstellungsgespräch wusste
ich, das ich meinen Traum endlich leben wollte. Es blieb mir ca. 1 Jahr, in dem ich meine komplette Ausrüstung kaufte, Reisebücher verschlang, 2 Touren mit bepacktem Rad nach Cuxhaven machte, Routen plante, wieder verwarf und es
schliesslich ein
fach drauf ankommen lassen wollte. Schliesslich kann man sich auch überplanen, und nachher kommt alles sowieso anders als man denkt! Meine Augenmerk lag in der Anschaffung von guter Ausrüstung und in
der Absicherung der Gesundheit, also liess ich mich Krankenversicher, gegen mögliche Krankheiten impfen, besorgte mir eine umfangreiche Reiseapotheke und kaufte gute Ausrüstung auf die man sich verlassen
kann. Im Mai 2000 hatte ich dann meinen letzten Arbeitstag, packte meine Klamotten zusammen, löste meine Wohnung in Bochum auf, und zog wieder nach Cuxhaven.
Nachdem ich dann meine letzten Ausrüstungsteile beisammen hatte, verabschiedete ich mich von meinen Eltern, Freunden und Bekannten und startete im Alter von 23 Jahren von Cuxhaven aus,
am 11 Juni in mein grosses Abenteuer um die Welt. Hinter vorgehaltener Hand wurden natürlich schon Wetten abgeschlossen, wann ich denn wieder
bei meinen Eltern vor der Tür stehen würde. Italien war dabei das (erwartete) Endziel meiner Tour. Meinen ersten Geburtstag am 24sten Januar verbrachte ich dann schon in Indien, kurz vor der
nepalesischen Grenze. Liegt doch auch nah an Italien, oder? Je exotischer dann die Postkarten wurden und je länger ich nun unterwegs war, desto stiller
wurden die kritischen Stimmen und ihnen wurde klar, das ich es ernst meinte und mein Leben von nun an selbst in die Hand nahm, Entscheidungen selber traf und mit dem Fahrrad nun wirklich auf
Weltreise war. In Bangkok bekam ich dann das Angebot, für die Cuxhavener Nachrichten Reiseberichte zu schreiben, was somit zu einer meiner Einnahmequellen geworden ist, schliesslich muss so eine
Reise auch irgendwie finanziert werden! Das Fotografieren hat sich während meiner Reise als eines meiner Hobbys und Leidenschaften herauskristallisiert.
Auch wenn es auf den ersten Blick günstig erscheint mit dem Fahrrad zu Reisen, ist es auf dem zweiten Blick nicht so. Denn wenn man z.B. mit dem Bus reist, kann man bequem 500 km in 5-7
Stunden schaffen. Mit dem Fahrrad braucht man dafür 5 Tage, Wetter- und Strassenverhältnisse natürlich nicht mit eingerechnet! Also braucht man für 5 Tage, Essen und Unterkunft aber dafür hat
man auch den grossen Vorteil mehr zu erleben und, im wahrsten Sinne des Wortes, zu Erfahren. Das Fahr
ad habe ich deshalb gewählt, weil es für mich das ideale Reisemittel ist. Man ist näher am geschehen, hat mehr Kontakt zu den Einwohnern, erlebt das Wetter,
Gerüche und seine eigenen Grenzen hautnah. Ganz nebenbei bleibt man auch noch fit und ausserdem es ist relativ einfach zu reparieren, wenn, ja
wenn man denn die passenden Ersatzteile bekommt, aber das ist auch schon wieder ein anderes Thema. Reisen ist für mich auch kein Urlaub, und hat mit am Strand liegen und
sich bedienen lassen recht wenig zu tun. Man wird sozusagen ins kalte Wasser gestossen, spricht nicht die Sprache und muss sich Bus- oder
Bahntickets besorgen, oder selbst eine Essensbestellung kann da schon lustig werden! Dabei befindet sich in einem fremden Land, mit einer fremden Kultur und muss sich selbst zurechtfinden
und dabei noch die Sitten und Gebräuche respektieren. Dem Verkehr ist man immer gnadenlos ausgeliefert, und die wenigsten fahren rücksichtsvoll, von der Gesundheit mal ganz zu schweigen,
schliesslich gibt’s nicht überall Katalysatoren. Als Radfahrer bewegt man sich dann ganz geduckt am unterstem Ende der Nahrungskette. Da heisst es dann nicht ausruhen, sondern sich versuchen
durchzubeissen! Manche Leute mögen denken, das ich ein Träumer bin, allerdings ist so eine Tour fern jeder
Träumerei! Um ehrlich zu sein, plante ich die praktischen Sachen, und las eine Menge über meine Reiseziele, wusste aber das die Realität anders sein würde. Wenn ich Illusionen hatte, wurde ich
meistens schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, meistens in nicht netter Form. Andererseits war ich manchmal erstaunt über die Gastfreundlichkeit der Einwohner oder die
überwältigende Schönheit der Natur. Manche Radfahrer haben Ihre Touren mit dem Leben bezahlt, weil sie entweder Unfälle hatten,
Überfallen wurden oder sich einfach (mit oder ohne Wissen) in gefährliche Gebiete gewagt haben. Was einem selbst so eine Tour wert ist, emotionell und körperlich, muss deshalb jeder selbst
wissen. Dazu kommt dann noch der Eingewöhnungsfaktor wenn man dann wieder nach Hause fährt. Meiner Meinung nach, braucht man mehr Mut um wiederzukommen als loszufahren, und Leute die länger gereist sin
d, wissen genau, wovon ich spreche. Um meine Kilometer zu schaffen, stehe ich oft vor Sonnenaufgang auf, radle den ganzen Tag, um abends todmüde in meinen Schlafsack zu
kriechen. Morgens heisst es dann wieder alles einpacken, und sich wieder auf den Sattel schwingen, bei Wind und Wetter. Wenn man dann Glück hat, wird man dann mit Einladungen von Einheimischen
oder mit faszinierenden Ausblicken belohnt. Um meine Weiterreise zu finanzieren arbeitete ich nebenbei, meistens für Hungerlöhne bei Knochenarbeit. Dabei kann sich jeder
Baumwollpflücker wie im Urlaub fühlen. Da ich weder rauche noch trinke und möglichst versuche zu Zelten, lässt sich somit auch noch etwas Geld sparen.
“Warum mache ich dann das alles, wenn es so anstrengend ist ?” wird sich manch Einer fragen. Die Beantwortung der Frage ist eigentlich ganz einfach, denn auch wenn man seine tagtägliche
Routine hat und ums Planen nicht herumkommt, hat man eins mit Sicherheit, und das ist Freiheit, Abenteuer und Eindrücke ohne Grenzen. Man ist frei in seinen Entscheidungen, kann machen was
man will, erlebt fremde Kulturen und erweitert seinen eigenen Horizont, und das ist ein Gefühl das süchtig machen kann!
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