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Allgäuer Zeitung, März 2007

Rabiate Trucker und knappe Bikinis
Holger Meinck unterwegs
Kaufbeuren/Buenos Aires (avu).
Der Kaufbeurer Holger Meinck ist seit mehr als einem Jahr mit dem Fahrrad in Südamerika unterwegs. Seine Tour führte ihn bisher tausende Kilometer an Steilküsten entlang, durch Wüsten, den Tropenwald und auf Berge. Vergangenes Jahr nahm er die Schotterpisten in Argentinien, Chile, Bolivien und Peru unter die Reifen, kürzlich fuhr er die brasilianische Küste ab. Für die AZ-Leser meldet er sich regelmäßig und berichtet von seinen Erlebnissen.

2600 Kilometer zwischen Buenos Aires und Rio de Janeiro hat Holger Meinck in den vergangenen zwei Monaten unter die Reifen genommen. Zwischen Argentinien und Brasilien liegt Uruguay; ein Land, das wider Erwarten wirklich schön sei, so Meinck. Die Leute waren etwas zurückhaltend, aber freundlich.” Andere Eindrücke hat der Extremradler von Brasilien. Die Menschen seien wenig zuvorkommend gewesen, die Natur im Süden von Sao Paulo war nicht besonders ansprechend. Außerdem war der Verkehr teilweise lebensgefährlich. Ich dachte öfters, dass mich ein Truckfahrer zwischen seine Zwillingsreifen klemmt.” Die Straße der Costa Verde, von Sao Paulo nach Rio, erlebte Meinck als faszinierende Verbindung entlang der Küstenstraße ging es durch tiefen Dschungel und über aussichtsreiche Wege. Außerdem gab es neben der Straße Kokusnusswasser satt, frisch vom Händler.

An der Copacabana
Einen Abstecher machte der Kaufbeurer zur Isla Bela, wo er mit seinem bepacktem Rad über eine Mountainbike-Piste auf die andere Seite der Insel geradelt“ ist. Das Bike musste er schließlich bergauf durch den Schlamm schieben. Runter ging es dann mit einigem Geholper über Stock und Stein relativ gut. In Parati durfte Meinck den schönen Altstadtkern bewundern, ehe er nach Rio aufbrach. Die Mega-Stadt an sich hält Meinck für toll, allerdings etwas teuer”. Gleich am ersten Tag habe er die Strände Copacabana, Leblon und Ipanema abgeklappert. Schon Wahnsinn, wie knapp die Bikinis der Brasilianerinnen sind”, sagt der Radler. Jeder habe ihn zudem vor Rio gewarnt, und wie gefährlich es für Touristen sei. Aber im Grunde genommen ist Rio eine Großstadt wie jede andere”, meint er.

Dass dort sogar fast schon deutsche Verhältnisse herrschen, wurde ihm klar, als er den Bus zurück nach Buenos Aires nehmen wollte. Der Fahrer weigerte sich, ihn mitzunehmen, da das Fahrrad nicht ordnungsgemäß in einer Kiste verstaut war. Am nächsten Tag klappte es doch noch. Allerdings wollte der Busfahrer für den Transport 60 US-Dollar haben. Mit Unterstützung der Ticketverkäuferin konnte Meinck ihn auf zehn Dollar herunterhandeln. Nun ist er wieder in Azul, 200 Kilometer südlich von Buenos Aires, wo er einige Monate verbringen möchte.

Allgäuer Zeitung, Februar 2007

Volle Strände nach den einsamen Pisten
Holger Meinck unterwegs

Kaufbeuren/Buenos Aires (avu).
Der Kaufbeurer Holger Meinck ist seit mehr als einem Jahr mit dem Fahrrad in Südamerika unterwegs. Seine Tour führte ihn bisher tausende Kilometer an Steilküsten entlang, durch Wüsten, den Tropenwald und auf Berge. Vergangenes Jahr nahm er die Schotterpisten in Argentinien, Chile, Bolivien und Peru unter die Reifen, jetzt fährt er die brasilianische Küste ab. Für die AZ-Leser meldet er sich regelmäßig und berichtet von seinen Erlebnissen.

Nach den Entbehrungen in der kargen Landschaft des Südens, als Spielball des Windes in Argentinien, auf den chilenischen Schotterpisten, den 5000 Meter hohen Pässen und den Salzwüsten muss sich Holger Meinck nun vorkommen wie in einer anderen Welt. Im neuen Jahr hat sich der Extremradler aus Kaufbeuren die Küstenregion Brasiliens vorgenommen. Mittlerweile hat er die Grenze zwischen Uruguay und Brasilien überquert, nachdem er zum Jahreswechsel abermals in Buenos Aires gestartet war. Etliche hundert Kilometer ist Meinck bereits vorangekommen. Meine Tagesleistung liegt, trotz Verletzungspause, bei gut 140 Kilometern”, so der Weltenbummler, und das bei rund 35 Grad tagsüber.” Obwohl die Verhältnisse so gar nichts mit dem Extremklima in den anderen Teilen Südamerikas zu tun haben, ist die Tour kein Pappenstiel. Ich bin also doch noch in Form, trotz meines 30. Geburtstages”, freut sich Meinck.

Die einsamen Monate des vergangenen Jahres sind längst vergessen. Die Küste von Brasilien ist hoffnungslos überlaufen, weil gerade Hochsaison herrscht”, staunt der Kaufbeurer, der froh ist, wenn er dann doch mal einen Strand für sich allein hat. Allerdings ist nicht alles so idyllisch, wie es auf den ersten Blick erscheint: Ich habe jede Menge Schlangen auf der Straße gefunden und noch nette Fotos gemacht, bevor noch irgendein Autoreifen die Tiere plättet.”

Derzeit besucht Holger Meinck einen Freund meines Vaters, der in Joinville wohnt. Dort erkundet er die Gegend mit dem Auto und bereitet sich auf seine Gewalttour nach Rio de Janeiro vor.

Allgäuer Zeitung, Januar 2007

Ein Richtungswechsel
zum Jahreswechsel
Holger Meinck sitzt seit einem Jahr in Südamerika im Sattel

Kaufbeuren/Buenos Aires (avu).
Der Kaufbeurer Holger Meinck wollte mit seinem Fahrrad Südamerika quasi umfahren. Die insgesamt mindestens 12 000 Kilometer lange Strecke führte ihn bisher an Steilküsten, durch Wüsten, auf Berge und durch den Tropenwald. Start und Zielort ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Vor einem Jahr begann seine Tour. Für die AZ-Leser meldet er sich regelmäßig und berichtet von seinen Erlebnissen. Zum Jahreswechsel plant er nun einen Richtungswechsel.
In Peru riss Holger Meinck zuletzt ein Band am Fußaußengelenk ­ beim Stolpern. "Da radelt man tausende Kilometer durch Südamerika, besteigt Berge und reißt sich schließlich ein Außenband beim Überqueren einer Straße", sagt der Radler. "Ich glaube, ich werde echt alt." Im Sattel sitzen war vorerst nicht mehr möglich, also nahm er den Bus zurück nach La Paz. Dort endete vorerst die einjährige Umrundungstour, die ihn in den vergangenen zwölf Monaten von Buenos Aires über Feuerland, Argentinien und Bolivien nach Peru geführt hatte. Aber nicht nur wegen seiner Verletzung. "Venezuela soll anstrengend und ziemlich gefährlich sein", sagt Holger Meinck, "Heutzutage sogar gefährlicher als Kolumbien. Öfters habe ich Radler getroffen, die unbedingt dorthin wollten." Das Auswärtige Amt warnt allerdings immer noch vor Reisen nach Kolumbien.
Nachdem Holger Meinck die 4000 Meter hohe Hauptstadt La Paz ausgiebig besucht hatte, nahm er den Bus zurück nach Buenos Aires. Nach fast vier Tagen Fahrzeit erreichte er die argentinische Hauptstadt. Im 300 Kilometer entfernten Azul schlug er wie vor knapp einem Jahr wieder sein Zelt auf. "Mein Eintreffen wurde groß gefeiert und es gab wieder ein typisches ,Asado'", so der Extremradler, also ein Barbecue.
Anfang Januar will der Kaufbeurer von Buenos Aires über Uruguay die brasilianische Küste hoch radeln. "Meinen 30. Geburtstag werde ich dann auf der Route nach Rio de Janeiro feiern", freut er sich schon. Wie und wann das Abenteuer endet, steht noch nicht fest. Doch Pläne hat Holger Meinck bereits. Im April möchte er ins spanische Madrid fliegen, um um von dort aus wieder nach Deutschland zu radeln.
 

Allgäuer Zeitung, Oktober 2006

Touristenabzocke” in der Ruinenstadt
Holger Meinck unterwegs

Kaufbeuren/Buenos Aires (avu).
Der Kaufbeurer Holger Meinck will, wie berichtet, mit seinem Fahrrad Südamerika umfahren. Die mindestens 12 000 Kilometer lange Strecke wird ihn an Steilküsten, durch Wüsten, auf Berge und durch den Tropenwald führen. Start- und Zielort ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Mehr als ein Jahr hat Meinck für seine Tour, die Anfang Dezember 2005 begann, eingeplant. Für die AZ-Leser meldet er sich regelmäßig und berichtet von seinen Erlebnissen.

Alles ist eine Frage der Zeit. Es läuft ganz gut. An die Meereshöhe von 3800 Meter habe ich mich auch schon gewöhnt”, berichtet Holger Meinck, der sich zurzeit in der Gegend von Cusco in Peru befindet. Die Menschen seien in diesem Land wesentlich offener als die Bolivianer. Eines aber gefällt dem Kauf\-beurer besonders: Die Straßen sind weitgehend asphaltiert.” Doch von der Einsamkeit zu den Touristen-Hochburgen ist es nicht weit. Nun habe ich die Machu Picchu-Touristenabzocke doch noch mitgemacht”, berichtet Holger Meinck.

Machu Picchu ist eine gut erhaltene Ruinenstadt der Inka, die in 2360 Metern Meereshöhe auf einer Bergspitze der Anden liegt. Das Erlebnis hat in dem Kaufbeurer offenbar einigen Zynismus geweckt. War sehr schön, zusammen mit 34\x0f567 anderen Backpackern morgens um 5.30 Uhr auf den Bus zu warten. Nur um dann von 68-jährigen amerikanischen Muttis, auf den Steintreppen umgeschubst zu werden”, berichtet er. Dabei bekommt man dann nicht mal ein Danke, wenn man Platz macht.” Ansonsten sei Machu Picchu aber toll” gewesen. Jeder macht das gleiche Foto, kein Tourist grüßt den anderen und alle sehen mit ihren sauteuren Goretex-Jacken aus, als wollten sie den Everest besteigen, brauchen aber nach fünf Metern schon fast ein Sauerstoffzelt, weil ihnen die Luft ausgeht”, meint der Radler. Naja die Ruinenstadt liegt ja auch schon fast in der Todeszone.”

In Aguas Clientes fand Holger Meinck dann ein günstiges Hostel. Die Toilette konnte man aber nicht benutzen, ohne von irgendwelchen tropischen Keimen angesprungen zu werden.” Dann schlenderte der Kaufbeurer noch über einen der typischen Kunstmärkte, wo die Verkäuferinnen laut Holger Meinck noch schnell die made in china”-Aufkleber von den Tellern kratzen, um es als original” peruanische Ware zu verkaufen. Das alles natürlich zu supergünstigen Preisen.”

Allgäuer Zeitung, August 2006

Kaufbeuren/Buenos Aires (avu).
Der Kaufbeurer Holger Meinck will, wie berichtet, mit seinem Fahrrad Südamerika umfahren. Die mindestens 12 000 Kilometer lange Strecke wird ihn an Steilküsten, durch Wüsten, auf Berge und durch den Tropenwald führen. Start- und Zielort ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Gut ein Jahr hat Meinck für seine Tour, die Anfang Dezember 2005 begann, eingeplant. Für die AZ-Leser meldet er sich regelmäßig und berichtet von seinen Erlebnissen.

Der Kaufbeurer befindet sich derzeit in Sucre/Bolivien. Von Argentinien aus ist er geradewegs hochgeradelt, befand sich schließlich in 3000 bis 3500 Metern Höhe auf dem bolivianischen Altiplano. Die Landschaft karg und wüstenähnlich. Von Tupiza aus machte er eine geführte Tour mit und sah sich die Lagunen im Südwesten Boliviens an. Einfach ein Wahnsinn, die Farben und Natur waren schon beeindruckend, auch wenn die Temperatur bei Dunkelheit auf minus 25 Grad gesunken ist.” Nach der Nacht im warmen Schlafsack stellte Holger Meinck fest, dass alles gefroren war und er sein Trinkwasser schluckweise erst gegen Mittag genießen konnte.

Den weltgrößen Salzsee, den Salar de Uyuni, hat der Kaufbeurer mit dem Fahrrad überquert. Eine Nacht im Zelt auf diesem totenstillen, riesigen weißen Meer” bezeichnet er als wahnsinniges Erlebnis”. Ein paar andere Radler habe er auch getroffen. Alle seien sich einig gewesen: Bolivien hat die beschissensten Straßen weltweit.” Fast nur Sand, Waschbrettpisten und übler Schotter seien üblich, nur wenige Straßen asphaltiert. Das fordert Tribut: Holger Meincks Kamera, Laptop und und das Rad wurden stark in Mitleidenschaft gezogen und mussten repariert werden. Meine Hinterradnabe knirscht wie ein Becher Dr.-Oetker-Müsli”, schimpft der Extremradler. Durch das Gerüttel hat sich sogar der Polfilter meiner Kamera in Einzelteile zerlegt.”

Die Bolivianer beschreibt der Deutsche als relativ zurückhaltend. Wenn man als Gast freundlich auf sie zugeht, seien sie aber ganz nett wenngleich Holger Meinck die Herzlichkeit der Argentinier vermisst. Aber kein Wunder, bei den Wetterverhältnissen hier”, so Meinck, der bald nach La Paz aufbrechen will. Dort möchte er die death road” (Straße des Todes) unter die Reifen nehmen, um in die Yungas abzutauchen und über den Titicacasee nach Peru einzureisen.

Allgäuer Zeitung, Juli 2006

"Mit neuem Trikot auf sicherer Seite"
Holger Meinck (28) aus Kaufbeuren, derzeit auf Südamerika-Radtour: Die Stimmung hier in Argentinien ist der Wahnsinn. Jeder fiebert dem Spiel entgegen! Alles läuft freundschaftlich ab. Kein Wunder, ich hab mir in einem Sportgeschäft ja auch das richtige Trikot gekauft. Ob ich mich so allerdings wieder zurück nach Deutschland trauen darf, ist eine andere Frage. Für mich
bietet die WM Abwechselung von strapaziösen Tagen im Sattel: 12 000 km lege ich insgesamt zurück. Heute werde ich mir eine Auszeit gönnen, um an der Begeisterung der

trikot

Südamerikaner teilhaben zu können. Wegen der Zeitverschiebung beginnt das Spiel in Argentinien heute um 12 Uhr. Buenos Aires wird einer Geisterstadt gleichen. Büros und Geschäfte sind für 90 Minuten geschlossen alle werden mitfiebern!

Allgäuer Zeitung, Juli 2006

Kollaps vor der Passhöhe
Holger Meinck unterwegs
Kaufbeuren/Buenos Aires (avu).

Der Kaufbeurer Holger Meinck will, wie berichtet, mit seinem Fahrrad Südamerika umfahren. Die mindestens 12 000 Kilometer lange Strecke wird ihn an Steilküsten, durch Wüsten, auf Berge und durch den Tropenwald führen. Start- und Zielort ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Gut ein Jahr hat Meinck für seine Tour, die Anfang Dezember 2005 begann, eingeplant. Für die AZ-Leser meldet er sich regelmäßig und berichtet von seinen Erlebnissen.
Die Monate zuvor müssen Holger Meinck wie ein Erholungsurlaub vorgekommen sein gemessen an den Erlebnissen in jüngster Zeit. "Es geht mir schlecht", mailt der Südamerika-Radler ins frühsommerliche Kaufbeuren. Von Argentinien aus war der Weltenbummler nach Chile geradelt, und wer die Gegend kennt, weiß: Das hat mit einem netten Fahrradausflug nichts zu tun. Meinck musste auf der Strecke den höchsten Pass Argentiniens unter die Reifen nehmen, der auf 4895 Meter führt. Dünne Luft, das Klima und der Wind forderten jedoch Tribut. "200 Höhenmeter vor der Spitze bin ich kollabiert", berichtet Holger Meinck. Glücklicherweise lasen Bauern den Deutschen auf und verfrachteten ihn auf einen Esel. Doch damit begann das Unglück erst. Das Tier war offenbar auch nicht mehr besonders gut beieinander und ging durch. Meinck stürzte auf die Schotterpiste. Schließlich ging es auf einer "fiesen Schotterstrecke" 50 Kilometer bergab.
Der Weg führte ihn nach San Antonio des los Corbes, wo er abends hundemüde ankam. Die Herberge sei ziemlich teuer gewesen und selbst das Wasser der Dusche war kalt. Holger Meinck traf einige Deutsche, die ihn ein Stück mitnahmen. Dann allerdings folgte die nächste Hiobsbotschaft: Beim Verpacken des Rades merkte er, dass die Hinterradfelge kaputt war. Auf den nächsten Pässen streikte dann die gesamte Kameraausrüstung. "Nun ist auch noch meine Isomatte kaputt", bilanziert Meinck, der mittlerweile in San Pedro de Atacama (Chile) angekommen ist. Deprimierend für ihn ist nach dem langen Weg um die amerikanische Südspitze, dass er nun wieder nach Buenos Aires seinem Ausgangspunkt zurück muss, um die Kamera dort reparieren zu lassen. Meinck: "Ein einziger Lichtblick ist, dass ich ein neues Zelt gesponsert bekommen habe, denn das war auch in der Grütze."

Allgäuer Zeitung, Mai 2006

Aufklärungsarbeit abseits der Piste

Holger Meinck unterwegs

Kaufbeuren/Buenos Aires (avu).
Der Kaufbeurer Holger Meinck will, wie berichtet, mit seinem Fahrrad Südamerika umfahren. Die mindestens 12 000 Kilometer lange Strecke wird ihn an Steilküsten, durch Wüsten, auf Berge und durch den Tropenwald führen. Start- und Zielort ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Gut ein
Jahr hat Meinck für seine Tour, die Anfang Dezember 2005 begann, eingeplant. Für die AZ-Leser meldet er sich regelmäßig und berichtet von seinen Erlebnissen.

Abseits der harten Tage und Nächte auf Schotterpisten und endlos erscheinenden Straßen hat sich Holger Meinck in Südamerika einem weiteren großen Ziel verschrieben. Er will Aufklärungsarbeit leisten und unterstützt deshalb die Aktion Target (Ziel) des Überlebensspezialisten, Abenteurers und Extrem-Reisenden Rüdiger Nehberg, die sich gegen den Brauch der Genitalverstümmelung an Frauen in afrikanischen Ländern wendet. Jüngst war Holger Meinck deshalb an der deutschen Schule im argentinischen Bariloche zu Gast, wo er über seine Reise und die Aktion Target berichtete. "Die Schüler waren echt interessiert und es war bestimmt ein etwas anderer Anschauungsunterricht als sonst", ist der Extremradler überzeugt. Unmittelbar darauf brach er Richtung Norden auf. Er wolle auch weiterhin versuchen, an deutschen Instituten Vorträge zu halten.

Derzeit befindet der Kaufbeurer sich im argentinischen Mendoza, wo er sich auf weitere anstrengende, aber interessante Tage vorbereitet. Vor ihm liegen eindrucksvolle Landschaften, das Valle de la Luna in Argentinien und der weltgrößte Salzsee Salar de Uyuni in Bolivien. Den möchte Holger Meinck mit
dem Rad überqueren. Zuvor muss er allerdings zwei mehr als 4000 Meter hohe Andenpässe überqueren. "Ich hoffe nur, dass ich für die nicht schon zu spät dran bin, weil hier nun langsam Winter wird und in dieser Höhe dementsprechend Schnee fällt." Zumal sich der Kaufbeurer nach all den wetterbedingten Strapazen in Patagonien über die erste mildere Periode in Mendoza freute. Vor wenigen Tagen hat der Extremradler ein Paket mit Ersatzteilen aus Deutschland bekommen. Auf die Technik darf Holger Meinck also zählen. Aber das Wetter bleibt am anderen Ende der Welt weiterhin unkalkulierbar...

Allgäuer Zeitung, März 2006

Sechs Stunden für sieben Kilometer

Holger Meinck unterwegs

Kaufbeuren/Buenos Aires (avu).

Der Kaufbeurer Holger Meinck will, wie berichtet, mit seinem Fahrrad Südamerika umfahren. Die mindestens 12 000 Kilometer lange Strecke wird ihn an Steilküsten, durch Wüsten, auf Berge und durch den Tropenwald führen. Start- und Zielort ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Gut ein Jahr hat Meinck für seine Tour, die Anfang Dezember 2005 begann, eingeplant. Für die AZ-Leser meldet er sich regelmäßig und berichtet von seinen Erlebnissen.

Holger Meinck ist gut in der Zeit ­ sehr gut sogar für südamerikanische Verhältnisse. Derzeit befindet er sich im Grenzgebiet zwischen Chile und Argentinien. Nun ist er in Bariloche angelangt. "Die Nationalparks Los Glaciares und Torres del Paine habe ich mir bei bestem Wetter angesehen", sagt der Extremradler. "Selbst die Parkranger meinten, man habe nur fünf Tage im Jahr so ein gutes Wetter." Zuvor gab es aber wieder die üblichen kleinen, persönlichen Klimakatastrophen. "Der Grenzübertritt zum Anfang der Carretera Austral war der Hammer", blickt er zurück. Die Straße führt durch grandiose Landschaften, besteht aber teilweise nur aus Schotterpiste. Die Tour ging Meinck zusammen mit einem baskischen Pärchen an. Lange ging es durch Flüsse, Matsch, über Steine und natürlich steil bergauf. "Für die sieben Kilometer haben wir sechs Stunden gebraucht", so Meinck.

Anschließend ging es mit dem Boot zum Anfang der Carretera Austral. Dort sind die drei dann zusammen bei miesestem Wetter nach Coihayke geradelt, wo man sich trennte. Nach fünf Tagen im Sattel und bei starkem Regen erreichte Holger Meinck schließlich Bariloche, wo es ebenfalls schüttete. Nun will er sich erst mal um seine Ausrüstung kümmern, denn die hat auf den Schotterpisten stark gelitten. Sein Zelt hat Löcher, die Reißverschlüsse sind hin, die Klamotten müssen in die Reinigung. Auch Holgers Schuhe brauchen dringend einen Schuster. Neue Treter sind schwierig zu bekommen, weil es Größe 48 ­ die braucht er ­ in Bariloche nicht gibt. Vor allem aber muss sein Fahrrad überholt werden. Eine Woche will er bleiben, dann geht es weiter: Richtung Norden.

Irgendwann im Frühjahr wird er Ecuador erreichen, wenn alles gut geht. Dort sendet ­ zeitweise in deutscher Sprache ­ die Radiostation HCJB "Stimme der Anden". AZ-Leser und HCJB-Hörer Heinrich Eusterbrock aus Neugablonz berichtete den Journalisten dort nach den ersten Berichten in der Allgäuer Zeitung von Holger Meincks Radltour. HCJB-Redakteurin Iris Rauscher möchte den Weltenbummler nun für ein Interview einladen. Sie hat versprochen, die AZ auf dem Laufenden zu halten und schickt einen "lieben Gruß aus Quito mit dem schneebedeckten Vulkan Cotopaxi ins bestimmt noch winterliche Kaufbeuren".

Allgäuer Zeitung, Februar 2005

Schotterpiste und ein rettendes Auto
Holger Meinck unterwegs

Kaufbeuren/Buenos Aires (avu).
Der Kaufbeurer Holger Meinck will, wie berichtet, mit seinem Fahrrad Südamerika umfahren. Die mindestens 12 000 Kilometer lange Strecke wird ihn an Steilküsten, durch Wüsten, auf Berge und durch den Tropenwald führen. Start- und Zielort ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Gut ein Jahr hat Meinck für seine Tour, die Anfang Dezember 2005 begann, eingeplant. Für die AZ-Leser meldet er sich regelmäßig und berichtet von seinen Erlebnissen.

In den letzten Tagen dachte ich schon, ich sehe niemanden mehr wieder.” Holger Meinck klingt erschöpft. Von Rio Gallegos in Argentinien hatte er eine ziemlich verlassene Straße gewählt, um nach Puerto Natales an der chilenischen Grenze zu kommen. Alles lief den Umständen entsprechend rund, bis der Wind aufkam. Am ersten Tag hatte ich um die 80 Kilometer geschafft, am zweiten nur 35 Kilometer”, so Meinck. Gegenwind mit Geschwindigkeiten bis zu 90 Stundenkilometern machten ihm die Fahrt zur Hölle. Auf der Straße fuhr kein Auto, das ihn hätte mitnehmen können.

Zur Grenze nach Chile waren es zu diesem Zeitpunkt noch etwa 120 Kilometer. Die hätte ich niemals in drei Tagen geschafft, zumal das Wasser noch knapp wurde”, so der Radler. Die Landschaft war flach und staubig, wüstenähnlich.” Der Wind hat das vollbepackte Rad einfach umgerissen. Mit Tränen in den Augen kehrte ich schließlich um. Die 35 Kilometer, die ich den ganzen Tag geradelt bin, schaffte ich nun in weniger als einer Stunde.” Mit 65 Stundenkilometern bretterte ich über die Schotterpiste. Bis ein Auto stoppte. Der Fahrer wollte zur chilenischen Grenze, also genau dorthin, wo es ihn hinzog. Unterwegs konnten wir vor lauter Staub die Piste nicht sehen. Der Wind ließ die Steine wie Hagel gegen die Scheibe prasseln.”

Zehn Kilometer vor der Grenze stieg Holger Meinck schließlich wieder aufs Rad. Kurz vor Puerto Natales baute er sein Zelt neben der Straße auf. Es ging nichts mehr”, so der Weltenbummler. In der Nacht dachte ich schon, der Wind zerfetzt mein Zelt.”

 

Allgäuer Zeitung, Dezember 2005

Der Wind wird langsam stärker
Holger Meinck unterwegs

Kaufbeuren/Buenos Aires (avu)

Der Kaufbeurer Holger Meinck will wie berichtet mit seinem Fahrrad Südamerika umrunden. Die mindestens 12 000 Kilometer lange Strecke wird ihn an Steilküsten, durch Wüsten, auf Berge und durch den Tropenwald führen. Start und Zielort ist jeweils die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Ein Jahr hat Meinck für seine Tour, die Anfang Dezember begann, eingeplant. Für die AZ-Leser meldet er sich regelmäßig und berichtet von seinen Erlebnissen.
Holger Meinck ist derzeit in Azul (siehe Grafik), einer Stadt etwa 300 Kilometer südlich von Buenos Aires. Noch scheint die Fahrt erträglich zu sein. "Die Landschaft ist flach und eben ­ bis jetzt zumindest noch ­ und sie ist ähnlich wie in Australien", berichtet Holger Meinck. Große Weideflächen und vereinzelte Häuser bestimmten das Bild der Gegend. Das Fahren mit dem Rad sei auf der Straße freilich etwas gefährlich. "Es gibt keine Randstreifen und die Trucks donnern ganz schön nah an einem vorbei", sagt der Extremradler. Dazu kommt der Wind, der, je weiter südlich Meinck in die Pedale tritt, immer stärker wird. Die Wettervoraussage lässt auch keine Freude aufkommen: Regen und bis zu 25 Studenkilometer Wind. "Da kann ich dann froh sein, wenn ich 40 Kilometer am Tag schaffe."
Holger Meinck übernachtet zum Beispiel bei einem Motorradclub, der Reisende aus aller Welt aufnimmt. Der Kaufbeurer zeltet auf einer Wiese hinter der Werkstatt. "Die Leute sind super nett. Und mindestens einmal in der Woche gibt's Asado, das heißt Fleisch satt vom Grill", so Meinck. "Und mit satt meine ich wirklich satt." Von mitteleuropäischen Gewohnheiten hat der Abenteurer längst Abschied genommen: "Schon witzig, wenn der Schlachter die Fleischstücke mit der Bandsäge im Laden zuschneidet..."

Allgäuer Zeitung, Dezember 2005

"Das ist alles andere als ein Urlaub"

Holger Meinck auf Kaufbeuren will auf dem Fahrrad Südamerika umrunden

Kaufbeuren/Buenos Aires (avu).

Es werden entbehrungsreiche Monate für Holger Meinck aus Kaufbeuren. Mit Hitze und Kälte. Dem verfluchten Wind. Wilden Tieren und möglicherweise Banditen. Auf Bergpässen wird der 28-Jährige nach Luft japsen und sich nachts bei minus 30 Grad in seinen Schlafsack verkriechen, wo er die verkrampfte Beinmuskulatur massieren darf. "Das ist alles andere als ein Urlaub", meint Holger Meinck. Heute bricht er auf, um mit dem Rad Südamerika zu umrunden.

Die mindestens 12 000 Kilometer lange Strecke wird ihn an Steilküsten, durch Wüsten, auf Berge und durch Tropenwald führen. "Das geht durch alle Klimazonen", so der gebürtige Cuxhafener. Vom argentinischen Buenos Aires aus fährt er hinunter nach Feuerland, dann entlang der südamerikanischen Kordilleren, von dort Richtung Atlantikküste und wieder zurück nach Buenos Aires. Was ihn treibt, kann er nur schwer in Worte fassen. "Ich habe das einfach im Blut", sagt der Extremradler.

Meinck weiß jedenfalls, wie es ist, sein bürgerliches Leben aufzugeben. Im Jahr 2000 machte er sich auf den Weg nach Neuseeland. 35 000 Kilometer legte er in vier Jahren mit Muskelkraft zurück, die Strecke wurde nur von einem Flug unterbrochen. Bei seiner Reise hat Meinck eines gelernt: "Wenn man was in der Birne hat, kann man 98 Prozent der Gefahren vermeiden." Ein Restrisiko bleibt: Er wurde von Banditen über-, von Würmern befallen, stürzte böse vom Fahrrad, lag in Fieberkrämpfen und musste sich nach einem Sturz selbst einen Fußnagel aus dem Zehenbett reißen. So etwas prägt.

Selfp._way_to_Alex-Greece2Warum so kompromisslos? "Motorradfahren wäre zu langweilig", sagt Meinck. Außerdem gibt ihm das Rad eine gewisse Sicherheit. "Geht es nicht mehr weiter, repariere ich es oder schmeiße es auf einen Bus und fahre weiter." Zudem bekomme man mehr von Land und Leuten mit. Es geht ihm nicht darum, an Punkt A zu starten, um irgendwann Punkt B zu erreichen. "Der Weg ist das Ziel" , so Meinck. Doch auch die Persönlichkeit spielt eine Rolle: "Ich bin ein Einzelgänger." Selbst seine Beziehung hat er der Südamerikareise untergeordnet . "Wir haben uns ausgesprochen", sagt Meinck. "Vielleicht besucht sie mich mal. Was nach der Tour passiert, werden wir sehen." Seine Reisen würde er jedenfalls nur alleine machen ­ aus zwei Gründen: "Man sieht sich 24 Stunden am Tag", sagt der Globetrotter. "Selbst wenn man auf dem gleichen Level ist, wird einem das irgendwann zuviel." Außerdem sei es einfacher, Verantwortung nur für sich selbst zu übernehmen. Sein Credo: "Für so etwas muss man ein Egoist sein."

Ein Jahr hat Holger Meinck geplant, er arbeitete bei KGM in der Montage und bei "Nordsee" im Restaurant. Fraß in dieser Zeit die Informationen förmlich in sich hinein. Über Südamerika und die Menschen dort meint er viel zu wissen ­ jetzt muss er nur noch hinfahren. Dem Zufall überlässt der Abenteurer allerdings nichts. Er hat sich impfen lassen, eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, Medikamente und Kreditkarte in der Satteltasche. "Ich schleppe ein ganzes Haus mit mir rum", sagt Meinck, der sich mit Englisch durchschlagen will. Auf dem Fahrrad bringt er Küche, Büro und Werkstatt unter. Zelt, Proviant und wenige persönliche Dinge müssen auch mit. Einer seiner Sponsoren, ein Fahrradtaschenhersteller, sorgt dafür, dass alles auf seinem handelsüblichen Tourenrad Platz findet. "Den Rest lasse ich auf mich zukommen", meint der Abenteurer, der versprochen hat, sich im kommenden Jahr mehrmals bei der AZ zu melden und von seinen Erlebnissen zu berichten. "Alles kann man jedenfalls nicht planen." Einen Rückflug hat er nicht gebucht.

Cuxhavener Nachrichten, März 2004

Abenteuerer Holger Meinck: PKW-Tour endet in Sydney

Neue Reisereportage des Cuxhaveners unter www.cn-online.de: Von Townsville nach Coombabah
man.- Eigentlich tritt er ja viel lieber in die Fahrradpedale. Doch in den vergangenen drei Monaten war Holger Meinck, Weltenbummler aus Cuxhaven, ausnahmsweise mit dem Auto unterwegs: Mit weiblicher Begleitung und seinem treuen Toyota umrundete er Australien. In Sydney ging seine Autotour jetzt zu Ende. Fuer die Cuxhavener Nachrichten hat der 27-Jaehrige eine neue Reisereportage verfasst.
Seit fast vier Jahren ist der Cuxhavener-mit einer Unterbrechung- auf Weltreise. Ein Ende der abenteuerlichen Reise, die er zum groesstenteil mit dem Fahrrad zurueckgelegt hat, ist nicht in Sicht.
In Australien scheint es Meinck besonders gut zu gefallen
Singapur, Malaysia, Indonesien und Thailand sind nur einige Laender die Meinck bereits durchradelt hat. In Australien scheint es dem Weltenbummler besonders gut zu gefallen. Seit Monaten haelt sich Holger Meinck in „Down Under“ auf und erkundet die Schoenheiten Australiens-ueberwiegend mit dem Drahtesel. Im Februar 2004 stieg er ins Auto um und startete zu einem „Roadtrip“ um Australien. Mit dabei: Reisebegleiterin Sandy. Die CN, hat auf ihrer homepage in zehn Teilen ueber die Autotour berichtet, die jetzt in Sydney zu Ende ging.
Grosses Problem mit alkoholisierten Fahrern
Die vorletzte Etappe-von Townsville nach Coombabah-steht im Mittelpunkt einer neuen Reisereportage, die morgen auf die homepage der Cuxhavener Nachrichten gestellt wird. Meinck berichtet darin unter anderem von dem Verkehrsverhalten der Australier.“ In Australien gibt es anscheinend ein grosses Problem mit alkoholisierten Fahrern, denn ueberall wird auf grossen Werbetafeln darauf hingewiesen nicht zu trinken und sich dann anschliessend hinters Steuer zu setzen. Die Ironie der ganzen Geschichte sind aber „Drive-In“- Bottleshops in denen man Alkohol bekommt, ohne aus dem Auto aussteigen zu muessen.“
Etappen auf seiner PKW-Fahrt Richtung Sydney waren unter anderem die Orte Bundaberg-„ein schoenes Nest mit netten restaurierten Haeusern und vielen Shoppingmoeglichkeiten“- und „1770“ ein Ort „der zu seinem Namen kam, weil Captain Cook in 1770 dort mit seinem Schiff landete“.
Schon bald wird die CN den abschliessenden Reisebericht der PKW-Tour ins Netz stellen. Die Leser koennen sich schon jetzt auf eine Ueberraschung freuen… .
Der neueste Reisebericht von Weltenbummler Holger Meinck ist ab Mittwoch unter www.cn-online.de (Rubrik Meinck-Tours) abrufbar. Lohnenswert ist auch ein Abstecher zu Meincks eigener online Praesenz www.biketraveller.de . Auch hier koennen die Besucher viele faszinierende Fotos und Berichte anklicken.