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Cuxhavener Nachrichten, 22. März 2004

Fahrrad-Abenteurer zurück in der Heimat

Weltenbummler ist seit Donnerstag wieder in Cux / Weiterreise im Dezember

man. - 35 Grad in Bangkok, 7 Grad in Cuxhaven - "mit diesem Temperaturunterschied muss man erst einmal fertig werden". Holger Meinck, der Weltenbummler aus Cuxhaven, ist heimgekehrt. Am Donnerstag stand er plötzlich bei seiner Mutter vor der Haustür. Rosemarie Meinck fiel aus allen Wolken. Ihr Kommentar: "Was willst du denn hier?"

An der Nordsee legt der Fahrradabenteurer jetzt eine Verschnaufpause ein. Erst im Dezember will er wieder in die Pedale treten - und mit dem Drahtesel nach Alaska fahren. Eigentlich wollte der junge Cuxhavener Deutschland für immer den Rücken kehren. Doch die Hochzeit seines Bruders Wolfgang brachte Holger Meinck zurück in die Heimat. In Cuxhaven sucht er nun einen Vollzeit-Job, um die Weiterreise im Dezember finanzieren zu können. Südamerika, Alaska und möglicherweise Afrika will der 27-Jährige dann "erradeln". Sein 28er-Trekkingrad der Marke "Focus" wird dann wieder der einzige Begleiter sein. Zuletzt war der Weltenbummler in Australien unterwegs - ausnahmsweise mit dem Auto. Weil seine Reisebekanntschaft Sandy aus Bayern nicht aufs Fahrrad steigen wollte, umrundeten die beiden den roten Kontinent mit einem alten Toyota. Inzwischen gehen Holger und Sandy wieder getrennte Wege. "Ich reise lieber allein", sagt Abenteurer Meinck, der sich bei seinen Sponsoren: Ortlieb (Christop Schleidt), Primal Wear (Alann Boatright), Casio, und dem Fahrradladen "Auf Draht" bedankt. Sehr würde er sich über einen Förderer aus Cuxhaven freuen.

Unzählige Fotos hat Holger Meinck bereits auf seinen abenteuerlichen Reisen gemacht. Die Bilder will der Cuxhavener jetzt sichten und nach und nach auf seine Homepage www.meinck-tours.de stellen. Die Internet-Seite soll in den nächsten Monaten umgebaut werden. Meinck denkt außerdem darüber nach, einen Bildband auf den Markt zu bringen. Auch eine Dia-Show wäre denkbar. "Allerdings fehlt mir dafür das nötige Kleingeld", sagt Meinck.

Gefahren, Schmerzen, Hunger - das alles konnte Holger Meinck bisher nicht aufhalten. Selbst das gefährliche Dengue-Fieber, das er in Thailand bekam, hat der 27-Jährige unbeschadet überstanden. Nur ein paar graue Haare zeugen von den Strapazen der bisherigen Reisen. Holger Meinck: "Mit Urlaub hat das nicht viel zu tun."

“Sine”- Sommerkatalog, 13.11.02

Vor knapp zwei Jahren bin ich mit dem Fahrrad von Cuxhaven aus gestartet, um die Welt zu umradeln. Ein Jahr vorher bereitete ich mich intensiv auf die Reise vor, ließ mich impfen, kaufte die Ausrüstung und machte mich mit der Etikette der einzelnen Länder bekannt. Schließlich wollte ich es vermeiden in die sogenannten Fettnäpfchen zu treten. Im Juli 2000 war es dann soweit: an einen etwas vernieselten Morgen ging es los, voller Erwartung trat ich kräftig in die Pedale. Der Brennerpass war wenig spektakulär, von Italien ging es dann mit der Fähre nach Korsika, wo ich wegen starker Stürme sogar bergab treten musste! Anschliessend nahm ich dann wieder die Fähre zurück nach Italien, wo ich nach ein paar hunderten von geradelten Kilometern die Fähre nach Griechenland bestieg. Von Griechenland aus ging es dann weiter in die Türkei, wo ich u.a. bei –8° Grad auf einem Friedhof übernachtete, naja wenigstens war es schön ruhig... .

Nach der Türkei radelte ich durch den Iran, besichtigte schöne Moscheen und lernte dieses unglaublich gastfreundliche Land kennen. Durch Pakistan habe ich dann aus Sicherheitsgründen den Bus genommen, im nachhinein hat es mich ein bisschen geärgert, da auch hier die Leute die ich getroffen habe unglaublich nett waren, auch wenn hier fast jeder eine AK-47 über der Schulter trug. In der westlichen Welt trägt halt jeder sein Handy, bzw. Mobile mit sich rum. Andere Länder, andere Sitten halt.

In Indien radelte ich dann einen Bogen um Rajasthan, besichtigte das Taj Mahal, das Wüstenfort in Jaisalmeer, den goldenen Tempel in Amritsar und noch viele andere schöne Sehenswürdigkeiten. Trotz der interessanten kulturellen Mischung und der vielen Eindrücke war ich dann doch froh, als ich Indien verliess und in das ruhigere Nepal hochradelte. Die Bergpanoramen waren phantastisch und ich bekomme immer noch eine Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke. Leider musste ich aus Grenz-und Wettertechnischen Gründen nach Bangkok fliegen. Was für eine Umstellung: eben noch in der Kühle der Himalayias und nun schon in der brütend feuchtwarmen Luft der 12 Millionenmetropole Bangkok. Nachdem ich mich an das Klima gewöhnt hatte, radelte ich in das wunderschöne Laos, schlief in Tempeln und liess mich auf den farbenprächtigen Märkten einfach vom Geschehen mitreissen. Von Laos radelte ich dann über die Grenze nach Vietnam, wo ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde, unfreundliche Menschen, mörderischer Verkehr und immer schlechtgelaunte Polizisten machten mir hier das Leben schwer. Allerdings entschädigte die Landschaft etwas, denn die war wirklich grandios, ich kam mir vor, als würde ich durch einen Südostasien Bildband radeln.


In Kambodscha stellten die Strassen alles bisher dagewesene in den Schatten, denn es gab praktisch keine. Jede Menge Staub und Schlaglöcher liessen mich alle hundert Meter stossgebete in den Himmel schicken und um mein Material bangen. Als ich dann Kambodscha verliess hatte alles gehalten und ich war wieder mal um ein paar mehr wunderschöner Erlebnissen bereichert. Wieder in Thailand angekommen machte ich ersteinmal Urlaub vom Reisen und verbrachte meine Zeit auf einer Trauminsel im Golf von Thailand. Anschliessend ging es dann nach Malaysia, wo es mir so gut gefiel, das ich die Landspitze ganz umrundete, und nicht wie ursprünglich geplant, einfach durchfuhr.

 

Von Penang nahm ich dann die Fähre nach Indonesien, genauer gesagt, nach Sumatra. Nachdem ich dann riesengrosse Vulkankrater und die Grösste Blume der Welt besichtigt hatte, nahm ich aus Zeitgründen einen Bus nach Jakarta. Dort bekam ich dann das mit, womit auch sonst keiner gerechnet hatte: den 11 September. Diese Datum ging in die Geschichte ein und machte meiner Weiterreise per Rad ein Jähes Ende. Ein Anruf bei der Deutschen Botschaft bestätigte dann mei n Verdacht: ein Weiterreisen per Rad war nun sehr gefährlich geworden. Man hat halt ein weisses Gesicht und ist kein Muslim, somit also praktisch ein Verbündeter der Vereinigten Staaten. 24 stunden später befand ich mich dann schon auf Bali und versuchte mein Surferglück in den grossen Wellen am Touristrand. Leider hatte ich gegen die Cracks, bzw. möchtegern-schönling-Surfer keine Schnitte und legte mich mit präziser Beständigkeit fast dauernd aufs Fressbrett. Völlig frustriert nahm ich dann mein Surfboard und legte es dann neben mich in den Sand, soviel nun zu den Statussymbolen.

Braungebrannt und schön entspannt flog ich dann nach Australien, um den grossen roten Kontinent von Nord nach Süd zu durchqueren. Die Sonne brannte mittags mit 65° Grad vom Himmel und meine Wasserreserven von 16 Litern reichten für eineinviertel Tage. Die Weite des Kontinentes und die Kontraste der Landschaft zusammen mit der Freundlichkeit der Australier zog mich völlig in ihren Bann. Das Radfahren in der Wüste war Balsam für die Seele. Teiweise kamen mir 3 Autos an einem Tag entgegen, es war so Still, das ich mich selber hörte. Durch das Radfahren war ich eins geworden mit der Natur, denn ich bekam alles mit, die lästigen Fliegen, den heissen Wind und die noch heissere Sonne. An der Küste befuhr ich dann eine der Traumstrassen der Welt: die Great Ocean Road, noch heute wird die Form der Küstenlinie durch die Wettereinflüsse ständig verändert.

Als ich dann die Harbor Bridge und das weltberühmte Opera House von Sydney aus der Luft sah, befand ich mich schon auf dem Weg nach Neuseeland. Von Auckland aus fuhr ich dann zum nördlichsten Punkt der Nordinsel zum Cape Reinga, als ich von dem Trip wieder nach Auckland zurückkehrte bekam ich die Nachricht vom Tode meines Vaters. Nach ein paar Tagen des überlegens, stellte ich mein Fahrrad bei Bekannten unter und unterbrach meine Weltreise, um meinem Vater sein letztes Geleit zu geben und um meine Mutter wiederzusehen.

Noch in diesem Jahr werde ich wieder nach Auckland zurückfliegen, um den Traum zu leben, von dem Andere nur Träumen: die Welt mit ihre grandiosen Landschaften und interessanten Bewohner einfach pur zu erleben und das Abenteuer einfach alltäglich werden zu lassen.

Cuxhavener Nachrichten, 15. Oktober 2002

Weltenbummler Holger Meinck jetzt mit eigener Homepage

Fahrrad-Abenteurer aus Cuxhaven setzt seine Reise um den Erdball am 10. November fort

man. - Da ist es wieder, das Fernfieber. Der Cuxhavener Weltenbummler Holger Meinck will am 10. November seine Reise um den Globus fortsetzen. Einziger Reisepartner: Sein treuer Drahtesel "Focus". Auch künftig wird CN-Online, der Internet-Service der Cuxhavener Nachrichten, über Holgers Tour berichten. Darüber hinaus hat der Abenteurer seit drei Wochen jetzt seine eigene Homepage im Netz.

Sechs durchlöcherte Reifen, mehr als 3000 Dias und etwa 24000 zurückgelegte Kilometer - das ist die Halbzeit-Bilanz des 25-jährigen Abenteurers, der seine Tour vor vier Monaten aufgrund eines Trauerfalls in der Familie abbrechen musste. "Obwohl der Grund der Unterbrechung meiner Weltreise eigentlich traurig war, habe ich doch durchaus davon profitiert", schreibt Meinck in einem Resümee seines Deutschland-Aufenthalts, das ab heute auf der Internet-Seite der Cuxhavener Nachrichten (www.cn-online.de, Rubrik "Meinck-Tours") zu lesen ist. "Ich konnte meine Mutter nach mehr als zwei Jahren wieder in die Arme schließen, ich habe Sponsoren gefunden und Arbeitsvisa für Australien und Neuseeland bekommen."

Die Reisepause in Deutschland hat Holger Meinck auch für die Gestaltung einer eigenen Homepage genutzt. Mit Hilfe seiner Nichte Julia Kühn hat er in nächtelangen Sitzungen eine interessante Online -Präsenz erstellt. Sie ist unter der Adresse www.meinck-tours.de im Netz abrufbar. "Die Seite ist noch im Aufbau", sagt Holger Meinck. Im Laufe der nächsten Wochen soll das Angebot erweitert werden und dann sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache abrufbar sein. Schon jetzt können die Besucher der Homepage viele faszinierende Aufnahmen und Berichte anklicken. Außerdem gibt es Infos zu Holgers Sponsoren Ortlieb, Ewa-Marine, Primal, Mair, Sine und Hilleberg

Hallo - Das Magazin, 22.02.02